Die wohl teuerste Zunge der Welt

Was passiert, wenn ein Autor und eine Künstlerin den Big Apple, genauer gesagt, Manhattan, durchschreiten und ihre Erleben mittels ihrer Profession festhalten? Ein textlich überzeugendes Buch. Der Beginn ist dort, wo alles begann. Der deutsche Journalist Niklas Maak (FAZ) und die kanadische Künstlerin Leanne Shapton beginnen ihren Fußmarsch am Staten Island Ferry Terminal und durchschreiten… Weiterlesen Die wohl teuerste Zunge der Welt

Yalom: Denn alles ist vergänglich

Bei btb verzweifle ich am meisten an der Papierqualität. Die Inhalte stimmen, z.B. die Bücher von Atul Gawande, aber dieses billige Papier, was schneller altert als man die Bücher lesen kann, nervt in den Taschenbuchausgaben schon hart. Bitte ändern! Umso verwunderter war ich als ich das Minipocket-Buch des amerikanischen Psychoanalytikers Irvin D. Yalom als Rezensionsexemplar… Weiterlesen Yalom: Denn alles ist vergänglich

Michael Angele: Schirrmacher

Es ist zurzeit das gleiche Wetter wie an jenem 14. Juni 2014, als die Verlagswelt erschrocken der eigenen Vergänglichkeit wegen zuckt. Der Doyen des Feuilletons war urplötzlich aus dem Leben gerissen. Mit nur vierundfünfzig Jahren verstarb der Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in Frankfurt am Main. Die Zeitungen liefen in der Berichterstattung zur gedeckten Hochberichterstattung… Weiterlesen Michael Angele: Schirrmacher

„Am Strand von Bochum ist allerhand los“ – Postkarten von Jurek Becker

Dieses bei Suhrkamp erschienene Konvolut eines Auszugs von Jurek Beckers Postkarten an seine Frau, seine Familie und enge Freunde wie das Ehepaar (Manfred) Krug, Burgel Zeeh und seinen Verleger Siegfried Unseld ist ein wahrer Genuss für Menschen, die Kurztexte lieben und denen der Austausch mittels Post eine Freude bereitet. Ich werde Christine Becker, die Nachlassverwalterin… Weiterlesen „Am Strand von Bochum ist allerhand los“ – Postkarten von Jurek Becker

Kazuo Ishiguro: Was vom Tage übrig blieb

Klassendenken. Was für ein fernes Wort für die meisten Menschen in ihrem heutigen Lebensalltag. Die Zeit ist aber nicht lange her, als die Klasse, in die man unweigerlich geboren wurde, spürbar war. Geben tut es sie immer noch, man fühlt es bloß weniger. Gemeinschaften sind von Bündnissen und Abgrenzung gekennzeichnet. Ohne Abgrenzung keine Gemeinschaft. Dies… Weiterlesen Kazuo Ishiguro: Was vom Tage übrig blieb

Peter Stamm: Triff dein früheres ICH

Peter Stamm ist allgegenwärtig. Zumindest technisch. Nachdem ich sein Buch von S. Fischer erhalten habe, und es vorher googlete, sind wirklich viele Werbeanzeigen voll von Peter Stamms neuem Roman „Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt“, erschienen bei S. Fischer.  Bei der Klassifikation „Roman“ stutze ich immer, denn irgendwie ist alles ein Roman. Wie der Deutschlandfunk, sehe… Weiterlesen Peter Stamm: Triff dein früheres ICH

Thomas Fischer: Richter-Sprüche

Thomas Fischer gehöre zu den wichtigsten Denkern des Landes, verkündet Beststellerautorin Juli Zeh auf der blütenweißen Bauchbinde des ansonsten in Leinen ohne Schutzumschlag daherkommenden zweiten Buches des Vorsitzenden Richters am Bundesgerichtshofes a.D. – Und damit hat sie wirklich recht.  Im Mai 2017 schied er auf eigenen Wunsch frühzeitiger als gedacht aus dem Staatsdienst aus. Ruhig… Weiterlesen Thomas Fischer: Richter-Sprüche

Die verborgene Bibliothek

Alberto Manguel hat eine intensive Beziehung zu seinen Büchern, seiner Sammlung. Bücher gehören nicht nur ein Objekt des gelesenwerdens, der Anhäufung von Texten, Wissen, Buchstaben. Es ist ein lebendes Objekt mit Ecken, Kanten, Macken aus denen die Erinnerung erwächst, mit diesen Gegenständen, Zeit(en) erlebt zu haben. Sie sprechen Geschichte, haben Eintragungen, haben Charakter. Sie riechen.… Weiterlesen Die verborgene Bibliothek

So kann man sich irren: Benimm-Rezeption ist relativ

Ich hatte mich so gefreut, als ich im Radio von dem Buch des Protokollchefs des Deutschen Bundestages, Enrico Brissa, hörte. Sogleich bestellte ich es mir, denn mehr darüber zu erfahren, wie dieser stilsichere Herr Form und Benimm herstellt, begeisterte mich. Die Ernüchterung kam dann sehr schnell, das Vorwort war sinnig und flüssig zu lesen und… Weiterlesen So kann man sich irren: Benimm-Rezeption ist relativ

Kein Geld, keine Uhr, keine Mütze – Wilhelm Genazino

Der Roman von Wilhelm Genazino habe nur 175 Seiten, vermeldet der Deutschlandfunk und ich stöhne innerlich und erhebe die innere Stimme zu kreisenden Hasstiraden der von Messzwängen beherrschten Kritiker. Verdammte Hacke, was hat die Seitenzahl mit einer Kritik zu tun? Einzige Antwort: Nix. Es geht mir so auf die Nerven, immer wird mit dem Verkaufspreis… Weiterlesen Kein Geld, keine Uhr, keine Mütze – Wilhelm Genazino

Brühwürfel-Biografie

Katja Lange-Müller kannte ich nur mittelbar als Autorin. Ihr Portrait in Herlinde Koelbls Bild-Interview-Band war mir aufgefallen, da der Begriff „Brühwürfel“ fiel. Es ist das Arbeitsprinzip von Katja Lang-Müller: Texte schreiben und dann so lange destillieren, bis sie auf das notwendigste ihrer Aussagekraft geschrumpft sind. Das sind dann ihre berühmten textlichen Brühwürfel. Lange-Müller hatte 2016… Weiterlesen Brühwürfel-Biografie