Die Frau im Musée d´ Orsay

# Kostenfreies Rezensionsexemplar des Verlags, sonst keine Kooperation #

Warum rennt ein Hochschullehrer aus der Provinz weg? Warum gibt er seinen Job, seinen Status, sein ganzes Leben auf, um als Museumswache stumm das Bild genau des Künstlers zu bewachen, mit dem er sich wissenschaftlich auseinandergesetzt hat?

Die Antwort: zumindest nicht von mir.

Runaway-Stories ziehen wieder in die Verkaufslisten ein, auf der Randomhouse-Website hat dieses Buch zweiundvierzig zumeist positive Kritiken und ich kann mich diesen nur anschließen.
Die Kunst in der Umsetzung gelingt hier vor allem über die fließenden Perspektivwechsel, die Foenkinos wirklich bravourös meistert und dabei aber nicht Verwirrung, sondern erzählerische Frische liefert. Denn der Protagonist kommt natürlich in eine Annäherung mit der Personalleiterin, die wiederum als Entknotungsfolie für die rätselhafte Flucht des Professors dient. Gleichzeitig zeichnet Foenkinos damit eine zweite Protagonistin und lässt daraus eine DNA-Helix der Verbundenheit entstehen.

Mühe gibt sich der Autor, das Schweigen des Protagonisten zu beleuchten. Auf viele Fragen, gibt er keine Antworten, sondern nur ein „…“. Das beweist Mut und Stil, keine leeren Füllsätze oder die Erklärung von inhaltlicher Leere zu beschreiben, sondern die Sprachlosigkeit wortlos zu lassen.

David Foenkinos: Die Frau im Musée d´ Orsay, erschienen bei Penguin