von Schirach bei IIInach9

Von Schirach war Mitte vierzig (Martin Suter war 47, als 1997 sein erster Roman rauskam), als er seine ersten Erzählungen 2009 veröffentlichte und dann mit dem Theaterstück TERROR zum Weltbestseller avancierte. Vorher war er angesehener Strafverteidiger in Berlin.

Siegfried Unseld sagte Peter Handke bei einem ihrer ersten Treffen, das mit seiner Prosa sei ja ganz schön, aber er müsse Theaterstücke schreiben, nur damit ließe sich Geld verdienen (so zitiert von Raimund Fellinger über das Kennenlernen von Handke und Unseld Ende der Sechziger). Das hatte Handke da aber bereits getan: das Stück „Publikumsbeschimpfung“ war schon fertig (Regie: Claus Peymann; Erstaufführung in Frankfurt).

Bisher habe ich von Schirach nicht so viel Ahnung gehabt. Er hat einen riesigen Erfolg, das Stück „Terror“ tourt durch viele Bühnen des Landes. Ich selbst war bei der Version des Frankfurter Schauspiel und habe selber am Ende abgestimmt (jeder Besucher/in bekam einen Fernbedienung mit zwei Wahlknöpfen). Gerne hätte ich die Version des Dresdner Schauspiel gesehen mit Burghart Klaußner in der Rolle des Vorsitzenden Richter. Schnittig in Frankfurt war der in zwischen am Berliner BE agierende Nico Holonics (mit nach Berlin genommen von Oliver Reese) in seiner Rolle des Kampfjetpiloten.

Jetzt sah ich von Schirachs aktuellen Besuch bei 3nach9. Er sprach sowohl über Strafrecht, als auch über Depressionen. Beides sehr einleuchtend, gut verständlich und angenehm. Der Mann ist angenehm.

Daher:

Screenshot: Youtube/3nach9/Radio Bremen