Skulptur in Textform

Kostenfreies Rezensionsexemplar; keine Kooperation

Hätte man mir zuerst gesagt, der Schriftsteller ist auch Bildender Künstler, so hätte ich nochmal genauer überlegt, und zuerst die anderen Rezensionen gelesen. Denn wenn man es, wie die SZ, als eine Art Skulpturwerk sieht, dann wir daraus ein Schuh. Oder ein soziologisches Werk.

Denn der namenlose Kellner skizziert die Szenerie des altehrwürdigen Lokals in seinen Einzelheiten. Sie skurrilen Gäste, wie das „Schwein“, mit allen seinen Eigenheiten. Das Interieur und seinen Anspruch an Service und Qualität.

The Hills, wie das fiktive Restaurant heißt, ist ein Hort der Gleichförmigkeit. Seit dem 19. Jahrhundert existierend, mit Stammgästen, die die Kellner kennen und wenn schon nicht lieben, dann sie wenigstens nach alter Schule respektieren und ihnen dienen.

Diese Art von Erzähltaktung hat ihren Reiz, giert sie doch nicht nach Thrill und Aufmerksamkeit. Andererseits kam ich gar nicht bis zur unbekannten Frau, die in das Lokal eintritt und die Ganze Routine durcheinanderbringt, da es mir dann doch zu sehr um sich selbst kreiste und sich für mich eine Langeweile einstellte.

Aber als Skulptur, gut. Und die Ausstattung des Buches ist sehr überzeugend. Vielleicht zu überzeugend?