Das wahrscheinlich größte Buch des Jahres

Christiane Tramitz schreibt ein Buch über Marzahn-Nord. Ist das unten?

Die Verhaltensforscherin lernt die Ordensschwestern Michaela und Angelika kennen. Sie erzählen ihr die Geschichte von den zwei Mädchen, die die Protagonisten des Buches sind. Die Autorin zieht selber nach Marzahn, sie will wissen, was es bedeutet, in einer Platte zu wohnen.

Was macht das Leben in einer Gegend, die die größte Plattenbausiedlung Europas ist, und vor Gleichförmigkeit einen auch nach Jahren die Orientierung verlieren lassen kann. In der sich nachts keiner wirklich mehr raustraut, aus Angst, nicht anzukommen.

Sie bildet die Ungleichheiten, die Enttäuschungen, die Abkehr von der Integration ab. Mit dem Buch erschafft sie ein Abbild der Realität.

Diese Abbildung bescherte der Autorin einen Shitstorm. Der Marzahner. Sie sehen sich verzerrt dargestellt. Dieses werde ich im Interview genauer beleuchten.

Für den Freitag habe ich bereits eine Rezension geschrieben, ein Interview mit Christiane Tramitz wird im Freitag-Blog folgen. Dieses grandios geschriebene Buch, welches auf Tatsachen beruht, wirkt wie ein Roman mit Thrillerelementen. Doch warum fesselt er einen so sehr: Weil die Realität das ist, was Menschen wirklich Angst macht.

Die Schwestern von Marzahn von Christiane Tramitz

Christiane Tramit: Die Schwestern von Marzahn – Vom Leben ganz unten. Erschienen bei Ludwig/Random House

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Das Buch wurde mir als kostenloses Presseexemplar zur Verfügung gestellt. Es besteht keine bezahlte Kooperation, o.ä.