Dirk Roßmann – Biographie

##Kostenloses Rezensionsexemplar – keine bezahlte Kooperation##

Als Hannoveraner habe ich natürlich eine Verbindung zu Roßmann – und, ohne es zu wissen kaufte ich jahrelang in der ersten Filiale ein. Am Lister Platz, dort wo die Karriere von Dirk Roßmann begann. Die Filiale ist inzwischen Geschichte, entsprach aber trotz Modernierung nicht mehr dem Konzept von modernen Drogeriemärkten. Roßmann, der Familienname, wird mit ß geschrieben wird. Da der Firmenname aber in Großbuchstaben steht, eben immer mit Doppel-S ausgewiesen wird.

Früher kannte ich keine Alternative zu Rossmann, inzwischen bin ich eher zu dm angewandert. Das hat viele örtliche Gründe, aber irgendwie finde ich dm als Marke frischer und zutraulicher – ja, wärmer. Ich kann Ihnen das jetzt nicht begründen, wie so oft man solche Tendenzen mehr fühlt als rational begründen kann.

Bei Rossmann ist der Name allerdings Programm, anders als bei dm, hinter dem Götz Werner steht. Beide haben allerdings eine gute Einstellung zum Mensch-Sein, Werner tritt für das bedingungslose Grundeinkommen ein, was auch ein begrüße. Rossmann hält es locker mit der Kleidungsetikette und sieht den Mensch aus sehr humaner Sicht. Seine eigenen psychologischen Erfahrungen lässt er in die Firma wirken.

Daher war ich an der Biographie auch sehr interessiert und ließ sie mir vom Verlag schicken. Einige Passagen waren auch interessant, wobei ich den „Plot“ schon kannte und daher es keine großen Überraschungen gab. Das Buch kommt in dem für Roßmann üblichen Plauderton daher, das macht es authentisch. Die Kindertage und Herkunft überspringe ich in jeder Biographie, zu viel Verklärung und Tüddelei wohnt ihr automatisch bei. Also begann das Buch für mich auf Seite 97.

Wenn man Roßmann erlebt, im Fernsehen, ist er ein gewinnender Charakter, er ist auf eine ganz wenige Weise naiv, aber dafür gleichzeitig sehr liebevoll. Das spricht für ihn und lässt ihn für mich als eine betrachtungswürdige Person erscheinen.

Den Text, den Roßmann mit zwei Journalisten abfasste, liest sich locker leicht daher, wie ein verschriftlichtes Tonband. Das ist auf der einen Seite gut, auf der anderen Seite war es mir atmosphärisch oft zu leicht, zu seicht. Ich hätte gerne mehr Tiefen gehabt, auch genaueres über die Firma erfahren. Mich hat es also final nicht wirklich gepackt, was mir wegen Roßmann schon fast leidtut.

Das Cover ist ok, es soll sich ja verkaufen. Die bräsige, naive Times New Roman Schriftart ist mir zuwider. Es muss doch nicht immer wie billig produzierte Ratgeberliteratur aussehen. Man kann doch mal eine schöne Serifenschrift nehmen, die galanter daherkommt, mehr Ränder lassen, damit der Text nicht wie ein ausgelaufenes Eigelb aussieht. Bitte, lieber Verlag!

Empfehlen kann ich den Talk mit Giovanni di Lorenzo (wuchs in Hannover auch auf), der mit einem Duz-Moment grandios beginnt, dann aber durch die etwas lästigen Interventionen der anderen Gäste leider etwas entleert verläuft.

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Dirk Roßmann – erschienen bei Ariston