Max Dorner: Einsamkeit

Hinweis: kostenfreies Presseexemplar, keine Kooperation

Sie ist eine Erscheinung, die jeder macht und keiner zugibt. Maximal Alleinsein und das auch ungern. Sie ist verpöhnt. Sie zu empfinden ist tabu, sie entstehen zu lassen, die eigene Schuld. Der Umgang damit umso untrainierter, die Folgen gravierend. Die Spuren eher gering, denn sie sind zu mittelbar. Es gibt keinen quantitativen Wert für Einsamkeit. Kein Blutdruckwert.

Der Hirnforscher Manfred Spitzer geht gleich ganz markig vor und wettert, Einsamkeit bringe die Menschen um. Sie sei eine Volkskrankheit. Das ist eine interessante These, auch wenn man vielleicht nicht gleich so markig mit der Tür ins Haus fallen muss. Aber man muss dieses Thema anschneiden. Dieses werde ich in einem Freitag-Artikel demnächst. Daher halte ich mich hier nun bedeckt.

Ich sprach mit Max Dorner zum Thema und er gab mir spannende 30 Minuten Auskunft. Kernthese ist ihm, das der Mensch lernen muss, Einsamkeit auszuhalten. Und das ist wie die Sportübung erstmal schmerzhaft und entbehrungsreich. Aber wie beim Sporttraining macht es die Übung. Das heisst nicht, das man nichts gegen Einsamkeit tun kann, nur dass die ganzen Mechanismen der Konsumgesellschaft eben nicht wirklich und vor allem nicht langfristig helfen.

Der Autor dekliniert in seinem Buch verschiedenste Lebensbereiche durch auf der Suche des Schlagschattens der Einsamkeit. Er macht Mut. Gerade vor Weihnachten ist dies wichtig, ist es doch in Kombination mit Silvester für viele Menschen eine Folter. Denn auch wenn sie unter anderen sei, so eine Freundin zu mir, fühle sie sich an Silvester einsam und verlassen. Und da gilt es zu beleuchten, was Einsamkeit ist. Denn Alleinsein ist es meist nicht.

Max Dorner: Einsam, na und? ist erschienen bei btb

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Die Druckqualität von btb ist leider wieder nur so lala. Schade…