Seethaler: Jetzt wirds ernst

(Transparenz: Ich erhalte das Rezensionsexemplar kostenfrei vom Verlag; ich erhalte kein Honorar).

Robert Seethaler hat mit „Der Trafikant“ ein Buch geschrieben, welches ich verschlungen habe. Dass ich Bücher „verschlinge“ ist aber dann doch eher rar gesäht, da ich im generellen doch sehr kritisch bin und mich die 0815-Story einfach nicht reizt und ich lieber aus dem Fenster schaue. Das sollten wir überhaupt mehr tun, aus dem Fenster schauen.

Den Erfolg eines Taschenbuchs erkennen Sie daran, wenn Sie vorne bei den bibliographischen Angaben einen Turm an Auflagen sehen. Dann wurde viel nachgedruckt. Und natürlich hat auch dieses Buch diesen Turm an Auflagen. Seethaler hat den Durchbruch geschafft, ähnlich wie Meyerhoff. Liest man sie, weil sie gut sind? Diesen Punkt hat man schon wieder überschritten, ähnlich wie bei Goosen in der ersten Dekade der 2000er. Man las und liest sie und sie bilden ein Gesellschaftsstück einer bestimmten Szene ab. Hier: die der großen Mainstream-Gruppe. Was nichts schlechtes sein muss.

Dieses Buch hat so viele, zumeist gute Besprechungen, erhalten, dass ich hier gar nicht lange aufbauschen will und nacherzählen sowieso nicht. Das Buch ist ein solider Entwicklungsroman, es ist eine Biographie, von Kindertagen bis hin zum Schauspielerdasein in der Provinz. Es ist lesbar, eingängig, ich las es bis zum Schluss.

Ich hatte natürlich den Fehler gemacht, direkt davor Meyerhoff gelesen zu haben und die Stoffe sind nicht gleich, aber sowohl vom Verlauf, als auch von der generellen Haltung, ähnlich. Mein Tipp: Lesen Sie die ersten Seiten und wenn es Ihnen Spaß bereitet, dann passts. Ich habe es ganz gerne gelesen, es hat mich insbesondere zum Ende, nicht wirklich aus dem Stuhl gehauen.

Robert Seethaler: Jetzt wirds ernst ist erschienen bei Kein & Aber

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