Die Schönheit des Scheiterns

Scheitern ist Mist. Zumindest in Deutschland ist meine Erfahrung, dass Scheitern immer der Inbegriff des „Wir haben es doch gleich gewusst!“ innewohnt. Doch nur durch Probieren und Mut kann man Neues erschaffen. Das geht leider auch mal schief. Ich weiß, wovon ich spreche. Ich habe eine Firmenbeteiligung vor ein paar Jahren teuer bezahlt. Fragen Sie besser nicht. Aber ich habe – mit deutlichem zeitlichen Abstand! – einiges dadurch für mein Unternehmerleben gelernt. Aber: es bleibt eine große Scheiße.

Dass aber eben dieses Scheitern einen weiterbringen kann, und viele allgemein als erfolgreich geltende Menschen oft gescheitert sind, ist vielen nicht bekannt. Der Autor Charles Pepin bricht also eine essayistische Lanze für die Gescheiterten und die noch Scheiternden. Die ersten 20 Seiten beflügelte mich dieses Buch bei Hugendubel, weswegen ich es als Rezensionsexemplar orderte (danke, Hanser Verlag!), doch nach zwanzig Seiten dachte ich mir: hm, klingt wie eine Kassette, die klemmt. Denn: die Grundthese, dass auch bekannte Menschen gescheitert seien — Beispiel-Beispiel-Beispiel — aber auch Beispiel! — waren mir dann doch zu langweilig, was mir fast leidtut, aber dennoch ein Kreisschluss ist: ich bin am Buch gescheitert – und das ist nicht schlimm!

Die Gestaltung, der Druck sind ausnahmslos gut und sicher wird dieses Buch in passenden Lebenslagen helfen. Denn Scheitern, meine Damen und Herren, IST NICHT SCHLIMM. Ihre Nachbarn wissen das nicht, sie haben nie etwas gewagt, was hätte scheitern können. — Also, Kopf hoch!

Charles Pepin: Die Schönheit des Scheiterns

Ich danke dem Verlag für die kostenfreie Stellung eines Rezensionsexemplars.