Empfehlung: Krause kommt…

Von Pierre M. Krause, dem Late-Nighter des SWR hatte ich keine valide Meinung. So wie von Late-Night meistens nicht. Auch Harald Schmidt habe ich erst mit einer fünfzehnjährigen Verspätung entdeckt und mich ihm langsam genähert. Heute steht ein Bild mit persönlichem Autogramm in meinem Büro. So kann es gehen.

Bei der Reihe „Krause kommt…“ besucht „Stars“ zuhause und versucht sich Ihnen zu nähern. Er übernachtet direkt bei den Herrschaften und so entsteht über einen persönlichen Besuch hinaus eine zwangsweise Nähe, die die Nähte der Emotionen beansprucht.

So der hehre Versuch vieler Formate und home stories haben schon einige zu Fall gebracht (Scharping! Pool!), doch diese Reihe kann es. Sie nähert, sie ist höflich, aufmerksam, zugewandt und zurückhaltend. Sie funktioniert, Krause kann sein Talent des eigentlich zurückhaltenden, scheuen und dennoch interessierten Menschen ausspielen und perfekt wie ein Puzzlestück in dieses Format einfügen. Die Besuchten erleiden keine Nachteile, keinen emotionalen und darstellerischen Schiffbruch. Und es geht tief. In der Folge mit Mathieu Carriere spricht Krause über seine Misanthropie und depressiven Verstimmungen und es entsteht ein Tiefengespräch das nah an der Grenze ist, es rauszuschneiden. Aber eben nur nah an der Grenze.

Mein Lieblingsfolgen

Weitere Folgen natürlich auf YT.

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Beitragsbild: Screenshot SWR/Youtube