Rezension: Metamorphosis [Bildband]

Sag mal, ist das ein Werbebuch von BMW?, fragt mich ein Freund, der das Buch von James Welling auf meinem Schreibtisch liegen sieht. Erst da fällt es mir auf: Das Cover, die Schrift, die Seitenaufteilung, die Schriftfarben: alles wie bei BMW. Ob es Zufall oder gewollt ist, konnte ich nicht klären.

Joseph Logan gestaltete dieses Konvolut aus Werken des lebenden Künstler in enger Abstimmung mit diesem. Das Buch hat ein handliches Format, nach etwas Biegen kann es aber auch als opened coffee table book fungieren. Es zeigt Fotografien des Künstlers aus verschiedenen Programmatiken und abgestimmt wird das ganze mit einem Interview und verschiedenen mitgelieferten Essays. Das Papier kann was, der Preis für das Buch ist daher in Ordnung.

Die Bilder haben eine gestochene Schärfe, die zum Teil sehr krassen Farben und Farbverläufe sind sauber und gut gedruckt, sodass es unter meiner schlechten Schreibtischlampe im Abendlicht gut aussieht. Denn wie Buchdruckpapst Gerhard Steidl sagte: Die Bücher müssen unter sch… gut aussehen, da die Leser Bücher unter sch… anschauten. Recht hat er. Und: Funktioniert.

Der in Deutsch und Englisch abgefasste Text könnte weniger sein oder sich anders aufteilend darbieten. Man sollte open minded sein und abstrakte, nicht selbsterklärende, experimentelle Fotografie zumindest nicht ablehnen, um Gefallen an diesem Buch finden zu können.

Dann wird man aber Sinn finden. Und Genuss.

Nota bene: Als Geschenk an Newcomer im Bildbandbereich würde ich dieses Buch nicht empfehlen.

James Welling: Metamorphosis erschienen bei Prestel/Random House

Link zur Ausstellung von James Welling

Ich danke dem Verlag; ich erhalte kein Honorar.