Roger Willemsen: Einjahr.

Gestern vor einem Jahr lebte er noch. Er der mit den Worten nur so jonglierte und sie dennoch nie zu Hülsen werden ließ. Eine „aggressive Krebserkrankung“ raffte ihn dahin wie einst seinen Vater als er, Willemsen, erst 15. Ein knappes halbes Jahr nach seinem Rückzug aus der Öffentlichkeit, starb der Autor, Publizist, Fernsehmacher und grandioser Interviewer in seinem Haus in Wentdorf bei Hamburg.

Heute vor einem Jahr war er für die Öffentlichkeit noch am Leben. Morgen Nachmittag vor einem Jahr lief über die Ticker „Roger Willemsen tot“.

„Jörg, hier ist Frohsinn!“, schrieb er seinem Verleger Jörg Bong (Chef S. Fischer) aus seiner ersten Reaktion auf die infauste Diagnose – Willemsen war nach Oslo gefahren, ein letztes Mal am Fjord sitzen. Auch hier hielt er seinen früheren Aussagen Treue.

Aus Anlass seines Todestages, werde ich morgen sein Grab auf dem Ohlsdorfer Friedhof besuchen.