Rezension: Biographie [Herder] Frank-Walter Steinmeier

Frank-Walter Steinmeier wird Bundespräsident. Aller Voraussicht nach, sofern die Bundesversammlung ihn wählen wird. Christian Wulff weiß leidgeplagt, dass es mehrere Anläufe haben kann, bis zu den hohen Weihen, dem repräsentativen
KFZ-Kennzeichen 0-1 lebenslanger Rente von mehr als 200.000 Euro p.a.

Das vorliegende Werk der Autoren Torben Lütjen und Lars Geiges ist handwerklich gut gemacht, eingängig lesbar und gibt einen guten Einblick in den Werdegang des promovierten Juristen, der in Göttingen studierte, mit Brigitte Zypries in einer WG wohnte („natürlich wusch er ab“, sagte diese 2009 über den Mitbewohner FWS) und der bei Schröder schnell zu „Mach-mal-Frank“ aufstieg: Graue Eminenz nannten sie ihn, er gilt als heimlicher Architekt der Agenda 2010.

2009 scheiterte „der Frank“ bei der Wahl zum Bundeskanzler und besser war es, so brillierte er als Außenminister mit ruhiger Hand (aktuelles Buch „Flugschreiber“) in zweiter Legislaturperiode. Manchmal ist es besser, etwas klappt nicht. Nicht wirklich geklappt hat es, mir das Buch in der scheinbaren Aktualität zu preisen, denn im Nachwort (welches ich zu Beginn immer lese), steht, dass die Kapital 2 bis 7 auf der bereits 2009 (zur Frage, ob Steinmeier Kanzler kann (doofe Fragestellung so oder so)) erschienen Biographie „weitgehend“ basierten. Leider besteht das Buch nur aus 9 Kapiteln, was den faden Beigeschmack hat, mit ein paar schnell geflickten Kapiteln, ein altes Mopped mal schnell frischgemacht zu haben.
Den Zusatz „aktualisierte, erweiterte…“ hätte ich hier als besser und dem Verkauf nicht abträglich empfunden.

Torben Lütjes und Lars Geiges: Frank-Walter Steinmeier Die Biographie erschienen bei Herder

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar; ich erhalte kein Honorar.