Seh-Tipp: Stefan Aust

Der ehemalige Spiegel-Chef hat als Gründer von Spiegel-TV Geschichte geschrieben – und nicht immer unkontrovers. Auch als Autor des RAF-Standardwerks ist ein Meilenstein in den Regalen von ihm hinterlegt. Stephan Lamby hat Aust 2005 für eine Reportage begleitet. Man gewinnt schöne Einblicke in den Menschen Aust, seine Denke, seine Art. Nur kurze Zeit später flog er beim Spiegel, den er über zehn Jahre führte, wegen seines Führungsstils. Vielen KG´lern war er wohl mit seiner Art (Fernseh-Type) immer ein Dorn im Auge. Eine Ablöse von kolportierten zwei Millionen Euro, helfen nicht gegen diesen Machtverlust. Man munkelt, Aust sei gar nicht mehr in sein Büro zurückgekehrt. Doch entgegen der Erwartung des Absturzes, berappelte sich Aust schnell, kaufte sich bei N24 ein. Dieser wiederum wurde von der Axel Springer SE gekauft, um eine Bewegtbildsparte der WELT-Gruppe anflanschen zu können. So fand sich Aust als Herausgeber und kommissarischer Chefredakteur der WELT bei Axel Springer wieder. Inzwischen hat er den CR-Posten an Dr. Ulf Poschardt abgegeben, bleibt aber weiter Herausgeber.

Der von mir sehr gerne gesehene Dokumentarfilmer Lamby hat ein schönes Portrait gezeichnet. Ansehbar.

Zusatz-Tipp: Eine Rohversion eines Interviews mit Hannelore Kohl zum Wahlkampf 1998 im Kanzlerbugalow Bonn mit einem privaten Endteil. Sehr spannend. Generell ist Lambys Plattform dbate.de zu empfehlen.

Beitragsbild: Screenshot Youtube/BR