Rezension: NEIN

Um es fix vorwegzunehmen: Nein, es gibt keine Inhaltsangabe und auch keinen Preis des Buches in meinen Rezensionen.

Aber ich sage: Kaufen, weil. Und dann entscheiden Sie bitte selbst.

Wo wir beim Kern des Buches wären: Nein sagen ist den meisten Menschen fremd. Es wird bejaht, befolgt und schlussendlich fremdbestimmt. Die sich ergebende Ohnmacht, der Wunsch nach Simplifizierung selbst einfacher Sachverhalte ist selbstsezierend: Die Menschen sind ob der Multioptionalität am Ende ihrer Entscheidungskraft. Ein Multilemma nennen die Autoren Anja Förster und Dr. Peter Kreuz (was der FOCUS über beide sagt, schreibe ich hier nicht) diesen Zustand.

Die Freiheit, die wir nicht kennen, hat der doppelten Nobelpreisträgerin Marie Curie gefehlt, dennoch sie sich, wenn auch unter massiver Repression, durchsetzte. Heute haben wir zwar (fiktiv) alle Möglichkeiten doch fehlt uns die Kompetenz zur Entscheidung. Das Autorenduo schafft es, diese richtige Gesellschaftskritik in Worte zu fassen, die auch Menschen erreicht, die nicht der Philosophie/Soziologie zugeneigt sind. Das ist wichtig! Denn es sind die meisten. Die Studenten denken nur noch in Credit Points und frühem Studienende bei gleichzeitig fehlendem Reifeprozess des eigentlichen Wesens Mensch dahinter. Ein Systemproblem beginnend in der Schule.

Es wird kein pathetischer oder langweiliger Ratgebersalmon. Beide fesseln den Leser/in anhand passender Geschichten, Querverweise und anschaulicher Beispiele, wie der schwierige Weg zur inneren Freiheit auf wackligen Bohlen erreibar sein kann. Das hat nichts mit Klangschalen zu tun, das ist wirklich so. Die äußere Freiheit, also z.B. Bildung, Berufswahl, etc. sind nicht eingeengt, denn sie sind es, die einengen.

Zur Buchausstattung: Ich habe aus selber Ausstattungslinie schon Muße von Ulrich Schnabel (DIE ZEIT) (Empfehlung!) gelesen; das Cover ist längs gerippt, das Papier champagnerfarben und mir etwas zu offen angerauht. Die Innengestaltung missfällt dahingehend, dass man den Text mit Herausstellungen und Farbakzenten auflockern wollte. Bin ich eben kein Fan von. Die zwei Werbeseiten am Ende sind auch eher so semi, aber so ist es eben auf der Schwelle von wissenschaftlicher Literatur zu Ratgebern.

Ich kann das Buch empfehlen, es regt an zu denken. Die Angst, etwas zu verpassen, ist unberechtigt!

Probieren Sie es aus. Es passiert — nichts.

Erfahren Sie hier mehr zu dem Buch NEIN von Anja Förster und Dr. Peter Kreuz.

Das Buch wurde mir freundlicherweise von Random House zur Verfügung gestellt. Ich erhalte kein Honorar.

Andere Buchempfehlung: Die Stein-Strategie von Holm Friebe

— NACHTRAG:

Auf twitter habe ich es geschafft, das Kai Diekmann meinen tweet über seine Erwähnung in dem Buch reteweetete und der tweet eine Impressionsrate von 4.100 erreichte und eine Interaktion von 188. Zudem schickten die Autoren Förster und Kreuz ein signiertes Exemplar an Kai Diekmann.

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