Das Urheberrecht – aus der Sicht der Dinge

…über Verwirrendes.

Peter Breuer, bekannter Werbetexter und twitter-Ikone aus Hamburg, brachte es 2012 sehr auf den Punkt der 140 limitierten Zeichen:

„Da hast Du 1 Terabyte geklaute Musik auf der Platte, jammerst aber, wenn Dein billiges Witzchen unter anderem Namen auftaucht. Schon klar.“ – Peter Breuer auf twitter.com

Oder wie Harald Schmidt mal sagte, dass die Leute sich über „die da oben, die sich die Taschen vollstecken“ echauffierten und selber schwarz führen. Ihnen fehle einfach nur die Gelegenheit selbiges zu tun, wie die vermeintlich oben stehenden, so resümiert Schmidt.

So ist die gefühlige Auslegung von Recht auch sehr irritierend. Der Bürger definiert vieles als sein verbrieftes Recht, und vergisst die wahren Grundwerte. Von der -notwendigen- kühlen Struktur der Juristerei ganz zu schweigen. Da werden Urteile aufgrund von Ansichten begründet, die die Grundlage der Definition von Eindimensionalität im Physik-Grundkurs sein könnten. Wenn es anderen schadet ist es wurscht, aber besteht nur die geringste Wahrscheinlichkeit, dass es einem selber schaden könnte, wird eine Staatsaffäre daraus.

Wenn Uli Hoeneß in die Haft muss wegen Steuerhinterziehung, schreit die Menge nach harten Strafen, um gleichzeitig der illegal beschäftigten Putzfrau in völligem Selbstverständnis unauffällig das Geld in die Hand zu drücken. Das, so der einhellig im Treppenhaus skandierte Selbstgerechtigkeitsmodus, sei „ja wohl was ganz anderes“.

Doch wo fängt grundlegend gelebte Moral an, wenn nicht bei einem selber? Was, wenn alle immer auf die anderen zeigten, alles zentral an sich relativierten, um dafür umso mehr die dezentrale Keule der Verurteilung bei den anderen schwingend zur Geltung zu bringen?

Moral, Werte und faires Miteinander können nur aus einem selbst kommen, aus einer intrinsischen Motivation. Woher denn auch sonst? Wenn alles nur der gefürchteten Strafe wegen eingehalten wird, spricht dieses nicht für eine weiterentwickelte Spezies. Es spricht für das, was der gute Bürger am meisten fürchtet und verurteilt: freche Beliebigkeit.

Das Video über den Tweet von Peter Breuer sehen Sie hier.
Folgen Sie Peter Breuer auf twitter @peterbreuer oder besuchen ihn online: peterbreuer.de