Interview? Fehlanzeige

…über Autorisierungen.

Es ist eine Krux, die Interviews bis zur Unendlichkeit entstellt. Die Autorsierung ist in Deutschland obligat, nicht wegzudenken, ist einfach so. Und sicherlich zur Vermeidung von gröbsten Denk- und Schreibfehlern eine sinnvolle Sache in engen, eher engsten Grenzen. Wie damit umgehen? Schwierig, man will den Interviewten sicher nochmal sprechen, das Netzwerk nicht vergällen. Aber, wieviel darf die Veränderung wert sein, wie schnell wird man als Journalist nur noch Sprachtransporteur, ein Meinungsdrucker? 

Die Grenzen sind eng, und sie tun weh. Eine Zeitung, deren Namen mir grad nicht einfällt, druckte mal nur die Fragen eines zuvor geführten Interviews; die Antworten waren wider jeglicher Nutzbarkeit vom Pressesprecher glattgestrichen und in Schriftsprache transferiert. 

Die ZEIT nutzte nun folgende Variante: Sie setzte alle Antworten des Interviews kursiv und distanzierte sich von der Art und Weise der Autorisierung. Es ging um die Frage, ob Prof. Klein, Direktor des Dr. von Hauernschen Kinderspitals in München, zu viel bei der experiementellen Therapie gewollt hatte. Infolgedessen erkrankten im Szenario acht Kinder an Leukämie, drei starben.

Alles weitere lesen Sie in der aktuellen ZEIT, 23/2016, ein Artikel von Ulrich Schnabel und Jan Schweitzer (bei dem ich immer Jochen… schreiben will ;-)

Und darum lese ich die ZEIT. Sie lebt Schmidtsche Haltung.