Wochenende

…über Kontakt.

Ich bin manchmal (haha) erschrocken, was mit den Menschen so los ist, die ich immer als Normmaß verbuche. Alles was bei denen mit dem Status „alleine“ zu tun hat, wird grundsätzlich als nicht vollkommen, als unangenehm und Zeichen des Argwohn wahrgenommen.

So reagieren Menschen verwundert bis erschrocken, wenn ich ihnen sage „nichts“, denn ich habe am Tag so viel und so intensiven menschlichen Kontakt, dass ich mich regelrecht freue, abends keinerlei Verpflichtungen haben zu MÜSSEN. Denn das beobachte ich bei vielen, die einen strukturierten Abend haben MÜSSEN. Sie fühlen sich sonst unkomplettiert, haltlos. Da wird auch gar nicht so genau geschaut mit wem und was man macht, da wird nur vollzogen. Da wird zu völlig dämlichen, sinnentleerten Abendsveranstaltungen gegangen. Und seien wir mal ehrlich: Vieles was da abends läuft sind nur Treffen der Anonymen Angst-vor-Einsamkeit-haber. Das gleiche gilt übrigens für das Wochenende. Auch ich gehe gern mal einen Kaffee samstags trinken (die flimmernde Stimmung in der Innenstadt finde ich samstags sogar spannend), aber nicht so müssend wie viele. Doch es scheint wohl gängige Meinung zu sein, dass Unstrukturiertheit, Spontanität und Alleinsein ein Untun, ein Verhalten der Auffälligkeit und der Beweis der Unzugehörigkeit ist.

Mein Aufruf zum Wochenende: Weniger machen, dafür mehr dabei erleben und endlich es mal hinbekommen, alleine sein zu können, ohne dabei der Vereinsamung sich ausgeliefert zu fühlen. Und: Bei Gemeinschaftsaktivitäten aktiv gucken, ob das wirklich das ist, was man wirklich mitmachen will. Ein Grund, weswegen ich niemals mit anderen in den Urlaub fahren könnte. Man behindere sich nur gegenseitig.