„Wo soll das noch hinführen?“ – Erst denken, dann…*

Wenn die Formulierung schon brauner Dreck ist.

Heute, twitter auf, Wut.
Da schreibt ein mir eigentlich sympathisch aufgefallener Mitmensch doch zusammengefasst, dass er sich frage, wo das noch hinführen solle, wenn schon in der Turnhalle, in der er letztens noch trainierte, nun Flüchtlinge seien.

Nun kann man sagen a) er meint, dass es den Menschen ja nicht zuzumuten sei, in so einer Halle unbefristet untergebracht zu sein oder b) er meint, dass das nun doch zu weit führe, wenn man schon seine geliebte Sporthalle fremdnutzt.

Ich tendiere leider zu b). Man mag mich einen linken Pessimisten schimpfen, aber ich merke bei sehr vielen, zu vielen (!) Menschen aktuell eine braune Sauce, die aus ihrem unvalidierten, unverifizierten und unwissenden Gerede heraussuppt. Und das kotzt mich an. Richtig. Denn diese Menschen, die für einen bequemen Westeuropäer scheinbar „aussichtlos“ in einer Sporthalle (Halle, kein Zelt wohlgemerkt) untergebracht sind, ertrinken sonst scharenweise und unter haltungsloser Billigung der meisten Europäer im Mittelmeer; oder ersticken in einem Kühllaster bei Wien. Also gehts noch? Natürlich ist das eine momentane Ausnahmesituation. Aber es ist eine Ausnahmelage, auf die es akut und dann erst nachbessernd zu reagieren gilt! Diesen Menschen MUSS geholfen werden, und besser eine schöne Sporthalle als tot! Und daher gilt es solche Art von Skepsis nicht so und überhaupt nicht zu äußern. Es geht grade nicht besser, es geht aber auch viel schlechter. Nämlich gar nicht. Daher ist der Status quo so und dann werden halt mal Sporthallen u.ä. genutzt. Denn sie dienen dem Allgemeinwohl, und das kann halt mal auch nicht der Fittness von irgendwem dienen, sondern verfolgten Menschen, in denen Turnhallen in der Bedürfnispyramide gar nicht (mehr) vorkommen.

Danke, Ende.
Flüchtlinge, ihr seid WILLKOMMEN!
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* Oder wie Harry Rowohlt sagte: „Sagen, was man denkt, und vorher was gedacht haben.“