Über Bahnhass

Wenn das Problem nicht das Problem ist.

Die Bahn hat Verspätungen, die Bahn hat Infrastrukturprobleme, die Bahn hat Investitionsstau, die Bahn hat Fahrzeugprobleme. Aber: Die Bahn ist toll und das tollste daran sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Denn das Problem sind nicht die Probleme, sondern es sind die Kunden. Die besserwissenden Hassbürger, die Teilzeitreisenden, die Mallorcaurlauber aus Wanne-Eikel.

Wussten Sie, dass die Bahn am Tag die Anzahl an Menschen befördert, die die Deutsche Lufthansa in einem ganzen Jahr fliegt?

Die Deutsche Bahn ist gut, sie ist qualitativ dauerhaft am verbessern. Die Zeiten von ganz dunklen Bahnhöfen gehören der Vergangenheit an. Die Züge sind im Rahmen der Beschaffungsmöglichkeiten völlig adäquat. Ich fahre gerne und aus Überzeugung Bahn. In meiner Firma sind innerdeutsche Flüge untersagt. Durch mich; den Chef.

Und dennoch gibt es neben Griechenland (wovon die Leute genauso wenig Ahnung haben, wie von der Bahn), nur wenige Themen, die so hasserfüllt und gleichzeitig unwissend an Stammtischen jeglicher Couleur geführt werden wie die Bahn und ihre scheinbaren Probleme. Wenn überhaupt irgendein Mindestmaß an Sachverstand da ist, wird gerne auf die Schweiz und den dortigen Taktverkehr verwiesen. Da sei sowieso alles besser – na klar. Kopfschüttelnd sage ich: Nein! Andere Dimensionen, keine zwei geteilten Bahnsysteme, andere Mentalität. Wenn überhaupt kein Sachverstand da ist, sage ich nur eins: „Halts Maul!“. Denn die Regel, nicht über Sachen zu reden, von denen man keine Ahnung hat, würde unserer Republik sehr gut zu Gesicht stehen. Der Gedanke, jeder könne es besser, als die Bahn selber, ärgert mich! Welch Logistik, welch Komplexität bietet das System hier in Deutschland. Und die die am lautesten schreien, schaffen es nicht mal ihre Reservierung im Zu zu finden. Die wollen die Bahn besser machen? Die wären selbst mit einem kleinsten Bezirk überfordert (denken Sie hier an den Film „Bruce allmächtig“ von 2003).

Ich werde mich hier weiter zur Bahn äußern, jetzt muss ich aber erstmal aus dem Fenster starren und meine Fahrt von München nach Frankfurt genießen.